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Viel hat man mit der Birke schon angestellt. Ihre weiße Rinde diente
lange vor Christi Geburt als Schreibmaterial. In Skandinavien wird aus ihrem
zuckerhaItigen Saft Birkenmet hergestellt. Bei den Germanen galt sie als Zauberbaum;
als Maibaum wird sie noch heute behängt und beklettert.
Der Saft, der im Frühjahr aus der angeschnittenen Birke tritt, wird vor
allem für die kosmetische Industrie aufgefangen. Rezepturen für
Birkenwasser gibt es schon lange. Sollten Sie einen Birkenbesitzer kennen,
der Ihnen das Anbohren seiner Bäume erlaubt, kaufen Sie vorher medizinischen
Alkohol in der Apotheke, denn der Saft gärt fast sofort, wenn er nicht
gleich im Alkohol ertränkt wird. Ein Teil Sechsundneunzigprozentiger
auf drei Teile Saft ist genug. Sollte Ihnen die Frühjahrsmüdigkeit
in den Knochen sitzen, trinken Sie von dem Saft - ohne Alkohol. Vielseitig
wirkt ein Tee aus Birkenblättern. Zwei Teelöffel werden mit einem
Viertelliter kochendem Wasser übergossen. Nach zehn Minuten wird abgeseiht,
dann getrunken. Das wirkt bei Nierenentzündungen, aber angeblich auch
gegen "Flecken der Haut und Sommersprossen".
Bei Fußschweiß kann man den Sud für Abreibungen verwenden.
Und ein Tuch, mit der Flüssigkeit getränkt, dient als Gesichtskompresse
bei fettiger und unreiner Haut.
Zur Haarspülung eignet sich der Tee ebenfalls; er macht das Haar weich
und glänzend, hilft gegen Schuppen und Kopfjucken sowie gegen Haarausfall.
Massieren Sie die Flüssigkeit (das Gebräu sollte ganz frisch sein)
gut in die Kopfhaut ein!
Noch besser wirkt dieser Tee, wenn Sie die Blätter (es dürfen dann
auch mehr sein) einige Stunden im Wasser ziehen lassen - nach dem Kochen und
vor dem Abseihen. Nur Blonde sollten den Sud dann nicht benutzen. Es sei denn,
sie lieben einen interessanten grünbraunen Ton im Haar.
Es gibt aber noch mehr Birken-Rezepte, die dem Haar dienen. Sie können
einen gehäuften Eßlöffel kleingeschnittener Birkenblätter
in einen Liter Obstessig geben und zwei Wochen an einem warmen Platz stehen
lassen. Damit (aber dreifach mit Wasser verdünnt!) spülen Sie nach
der Haarwäsche die Seifen- und Kalkreste aus; das bewirkt der Essig.
Die Birke gibt dem Haar schönen Glanz und gute Frisierbarkeit.
Das beste Birken-Haarwasser stellen Sie jedoch so her: Sie sammeln im Frühjahr
die noch etwas klebrigen Blätter und trocknen sie im Schatten. Fünf
Gramm der getrockneten Blätter geben Sie in 100 Gramm siebzigprozentigen
Alkohol. Das lassen Sie vier bis sechs Wochen warm und dunkel stehen. Dann
wird gefiltert. 20 Gramm von dieser Tinktur werden mit je zehn Gramm Arnika-
und Klettenwurzel-Tinktur vermischt (die Rezepturen der beiden Tinkturen finden
Sie in dieser Internetpräsenz bei den entsprechenden Pflanzen). Lösen
Sie in der Mischung fünf Tropfen Melissenöl und füllen mit
60 Gramm Hamameliswasser auf! (Das bekommen Sie in der Apotheke - wie die
anderen Tinkturen auch, wenn Sie diese nicht selbst herstellen wollen.)
Sie haben jetzt ein starkes Kräuter-Haarwasser, das medizinisch kaum
übertroffen werden kann. Es hilft bei Schuppen, stark fettender Kopfhaut,
bei Kopfjucken und Haarausfall, pflegt und desinfiziert die Kopfhaut, reinigt
und fördert die Durchblutung. Es hilft auch bei Wunden, reizt aber ziemlich.
Lassen Sie nichts davon in die Augen kommen und verwenden Sie das Haarwasser
nur in Tropfen, die Sie auf der Kopfhaut verteilen und ganz leicht einmassieren!