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Der Eibisch hat die Botaniker leicht überfordert - zumindest bei der
Namensgebung.
Der Echte Eibisch aus der Gattung Althaea ist ein Malvengewächs. Er ist
aber gleichzeitig sein eigener Stiefbruder denn es gibt da noch die Gattung
Eibisch, die botanisch "Hibiscus" genannt wird. Der Hibiscus stammt
ebenfalls aus der Familie der Malvaceae, der Malvengewächse. Das ist
ziemlich verwirrend - aber in der Natur kann man die beiden kaum verwechseln.
Der Eibisch galt früher als Heilkraut, das - wie man glaubte - jedem
Zweck gerecht wurde. Sein botanischer Name "Althaea" soll vom griechischen
"Althaina" kommen - und das heißt einfach "ich heile".
Heute weiß man, daß der Eibisch Schleimstoffe enthält, die
vor allem bei Bronchialbeschwerden und Kopfweh helfen; dazu verwendet man
die kleingehackten Blätter.
In den Wurzeln steckt noch mehr; die bekommen Sie am einfachsten pulverisiert
in der Apotheke. Sie können die bis zu einem halben Meter langen Wurzeln
natürlich auch selbst sammeln, aber nur im Frühjahr oder im Herbst
lohnt sich das; sonst ist zu wenig Wirksames drin. Außerdem ist der
Eibisch nicht überall zu finden; er mag salzhaltige Böden. Selbstgesammelte
Wurzel wird gewaschen, gebürstet, geschält, geschnitten und getrocknet.
Der Schleim des Eibisch ist gut für trockene und nervöse, aber auch
für unreine oder gespannte Haut.
Eine einfache pflegende Maske ist schnell hergestellt. Sie nehmen Eibisch-Pulver
(oder pulverisieren eine halbe Tasse der Wurzel in der Kaffeemühle) und
rühren mit etwas warmem Wasser einen zähen Brei an, geben einen
Spritzer Zitronensaft und einen Eßlöffel Bienenhonig dazu. Diese
Masse kommt in ihr Gesicht, klebt wie Pech und muß eine Stunde einwirken,
bevor Sie die Haut mit warmem Wasser abspülen können. Aber die Haut
fühlt sich viel besser an - zumindest nach dem fünften Mal. Schleimstoffe
brauchen Geduld, bis sie ihre volle Wirkung zeigen.
Zur Pflege von trockener, müder und alternder Haut ist eine Pflanzenmischung
noch besser. Nehmen Sie zwei Eßlöffel pulverisierte Eibischwurzel,
je einen Eßlöffel Malve- und Weißdornblüten und übergießen
Sie das mit 0,2 Litern destilliertem Wasser!
Decken Sie das Gefäß ab und lassen Sie es einen Tag in Ruhe. Das
ergibt eine dickliche Flüssigkeit, die Sie abfiltern. Rühren Sie
noch zwei Eßlöffel Calendula-Tinktur dazu, dann ist Ihr Pflege-Gel
fertig. Geben Sie etwas davon auf einen Wattebausch und reiben Sie damit ihr
Gesicht ab! Das Gel wirkt erfrischend und entspannend. Sie können es
auch nach dem Bad als Körperlotion verwenden.
Ganz genau wußte es ein Kräuterkundiger im 18. Jahrhundert. Er
schrieb: "Eibisch-Wurtzel in Milch zu einem Pflaster gesodten und übergelegt,
erweichet und zeitiget alle Geschwiere, sonderlich aber die sich an den Brüsten
und am Halse erzeigen.“