Die
Erle ist einer der wenigen Bäume, die in sumpfigen oder häufig überschwemmten
Gebieten wachsen können. Ein schlauer Mann kam daher schon vor Generationen
zu dem Schluß, daß Erlenholz gegen Wasser unempfindlich sei, und
schrieb: "Die Stämme dieses
Baumes
werden zu Venedig und anderstwo zu denen Fundament der Gebäuden, wie
auch zu denen Schiffen gebrauchet, weil solches Holtz in dem feuchten Erdreiche
nicht faulet, sondern vielmehr in dem gesaltzenen Meer-Wasser nach und nach
eine steinerne immerwährende Daurhaftigkeit bekommt." In Gruben
und bei Wasserbauwerken wird das rötlich-braune Holz heute noch benutzt.
Die Farbe und die Maserung machen es auch für Pfeifenschnitzer interessant.
Auch für den Bau von Musikinstrumenten ist Erlenholz geeignet.
Die Rinde wurde einst mit Eisen in Wasser gelegt; damit schwärzte man
Leder. Daher empfiehlt sich folgende Rezeptur auch nicht unbedingt für
blondes Haar: 50 Gramm Erlenrinde werden in einem Liter Wasser fünf Minuten
lang gekocht; dann wird abgeseiht, um die Füssigkeit bei fettigem Haar
als letzte Spülung nach dem Haarewaschen zu verwenden.
Gegen fettige und unreine Haut hilft ein Bad mit Erlenblättern. Übergießen
Sie eine Handvoll frischer oder getrockneter Blätter mit zwei Litern
kochendem Wasser! Nach einer Viertelstunde seihen Sie direkt in die Badewanne
ab. Auch für eine andere Art der Hygiene wurden die Blätter schon
benutzt: "Das grüne Laub morgens frisch, da der Thau noch aufliegt,
gesammelt, und in die Kammer gestreuet, da viele Flöhe innen sind, und
über eine Stunde wieder ausgefeget, nimmt die Flöhe sauber hinweg,
sonderlich, wenn man noch Roß-Mist darunter menget, denn die Flöhe
an solchen zähen Blättern kleben bleiben."
Aus den Zäpfchen der japanischen Erle wird ein Extrakt zur Hautpflege
gewonnen.
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