Auf
der Heide blüht ein kleines Blümelein - und das heißt Erika.
So klingt´s im Volkslied. Mit Erika ist hier das Heidekraut gemeint
- fälschlicherweise. Denn die besungene Erika ist das falsche Kraut.
Die echte Erika ist nämlich die nur in Schleswig-Holstein
und anderen Teilen Norddeutschlands vorkommende Glockenheide - Erica teatralix.
Sie stammt aus der Familie der Ericaceae.
Das Heidekraut jedoch, das ordentlicherweise Besenheide genannt werden müßte,
gehört zur Gattung Calluna (Beiname vulgaris"). Immerhin aber stammt
es ebenfalls aus der Familie der Heidekrautgewächse (der schon bekannten
Ericaceae).
Wie auch immer: wir sprechen hier nicht von dem Blümelein, das Erika
heißt, sondern von Calluna vulgaris, der Besenheide, im Volksmund "Heidekraut"
genannt.
Calluna wächst - wie vermutet - in Heidelandschaften, aber auch in Mooren
und lichten Wäldern.
Die Besenheide diente den Bauern bei ihren meteorologischen Langzeit-WetterPrognosen:
"Wenn da Hoidara bis en d´Spitzeln blüaht, wiad a kalta Winta"
- wenn das Heidekraut bis oben blüht, folgt ein strenger Winter. Als
Sammler des Krauts (im September) freut man sich darüber, denn man braucht
beides - Spitzen wie Blüten.
Nach Pfarrer Sebastian Kneipp kann man Heidekraut als Tee bei Gicht und Rheuma
gut brauchen: Man übergießt zwei Teelöffel voll mit einem
Liter kochendem Wasser, läßt kurz ziehen und seiht ab. Läßt
man das Kraut bis zum Abkühlen im Wasser und tränkt ein Tuch mit
der Flüssigkeit, bekommt man eine Kompresse, die gut gegen unreine Haut
wirkt. Wissenschaftler glauben, der Name "Calluna" käme vom
griechischen "kallyno" - das heißt fegen, reinigen. Dies kann
mit der hautreinigenden Wirkung ebenso zusammenhängen wie damit, daß
man das Heidekraut früher zu Besen band.
Fegen Sie doch mal Ihre Haut kräftig in einem Bad aus Heidekraut! Dazu
übergießen Sie vier Handvoll des Krautes mit anderthalb Litern
kochendem Wasser. Nach einer halben Stunde seihen Sie den Sud ins Badewasser.
Heidekraut in der Naturmedizin