Naturkosmetik - Kosmetik aus dem Garten

Holunder

Holunder

Sambucus nigra

 Bildquelle: Ernst Klett Verlag - Holunder - Sambucus nigra

Der schwarze Holunder präsentiert sich im Frühjahr weiß: dann kommen die Trugdolden, die "Hollerblüten". Im September jedoch trägt er die tiefschwarzen Beeren mit ihrem blutroten Saft. Schwarzweiß sind auch die Geschichten, die sich um den Holunder ranken. Der Frau Holle soll er geweiht sein, gute Hausgeister sollen in ihm wohnen. Es könnten aber auch Hexen sein, nahm man in manchen Gegenden an. Zumindest hatten Hexen einen Holunderbaum in ihrem Garten stehen.
"Fliedertee" nannte man früher den Tee aus Holunderblüten (obwohl er mit Flieder nichts zu tun hat); er ließ einen schwitzen. Der Saft mit seinen vielen Vitaminen - manche wurden erst jüngst entdeckt - hilft bei Erkältungen. Holunderkonfitüre oder Holunderlikör - acht Tage in Branntwein eingelegte gedörrte Beeren mit Zucker - sind hier und dort bekannt. Es ist eine ungemein vielseitige Pflanze; da die Volksmedizin fast jeden Teil des Baumes nutzte - auch Rinde, Wurzel und Blätter -, wurde der Holunder eine zeitlang als "lebende Hausapotheke des deutschen Bauern" bezeichnet. Viele Lieder und Volksbräuche haben ihn zum Thema. Den Saft der Beeren benutzte man, um Leinentücher schwarz zu färben. Den gleichen Dienst tat er den Frauen, die ihr Haar nachschwärzen wollten; manche tun das noch heute. Im übrigen aber begnügt man sich in der Pflanzenkosmetik mit den Blüten. Deren Gerbstoffe, Öle und Schleimstoffe reinigen die Haut; dazu nimmt man ein Gesichtsdampfbad. Wenn Sie im Mai viel spazieren gehen, haben Sie einen angemessenen Vorrat an Holunderblüten, die sich ja trocknen lassen. Wenn nicht, bekommen Sie die Blüten auch in der Apotheke. Sie werfen eine gute Handvoll in kochendes Wasser, halten Ihr Gesicht darüber und bedecken alles mit einem großen Handtuch.
Für ein Gesichtswasser übergießen Sie ein halbes Kilo (selbst sammeln lohnt sich also!) mit kochendem Wasser und decken den Topf ab. Nach 24 Stunden können Sie durch einen Kaffeefilter abseihen und den Saft einer Zitrone dazugeben. Damit wird das Gesicht täglich sanft betupft.
Die heilige Hildegard von Bingen benutzte den kleinen Bruder des schwarzen Holunder, den Zwergholunder oder Attich, folgendermaßen: "Wenn der Mensch an den Fingern oder an den Füßen den Grind hat, dann binde er oft Zwergholunderbeeren auf jene Nägel, damit sie gereinigt werden oder abfallen und so schönere nachwachsen."

 Bildquelle: Ernst Klett Verlag - Attich

Holunder und Attich in der Naturmedizin

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