Naturkosmetik - Kosmetik aus dem Garten

Johanniskraut

Johanniskraut

Hypericum perforatum

 Bildquelle: Ernst Klett Verlag - Johanniskraut - Hypericum perforatum

Viele sagenhafte Geschichten ranken sich um dieses Kraut. Im Mittelalter wurde es benutzt, um den Teufel auszutreiben. Der Gehörnte persönlich soll es nämlich gewesen sein, der die Pflanze gegen sich aufbrachte: er stach sie mit einer Nadel, bis ihre Blätter ganz durchlöchert waren. Die Löcher sind aber gar keine, sondern winzige ÖIdrüsen, in denen die wirksamen Stoffe stecken, welche die Pflanze so nützlich machen. Wegen der roten Farbe des wichtigsten Inhaltsstoffes, des Hypericins, wurde der Saft der Pflanze als "Blut Jesu Christi" bezeichnet.
Die Homöopathie verschreibt Johanniskraut wegen des Hypericins bei Nervenleiden, Depressionen und Abgespanntheit. Der Stoff steigert die Aufnahmefähigkeit für die psychische Energie, die vom Sonnenlicht ausgeht; man kommt mit den trüben Tagen besser zurecht. Allerdings holen sich empfindliche Menschen unter dem Einfluß von Johanniskraut leichter einen Sonnenbrand; für Kühe gilt das gleiche.
Die positive Wirkung auf den Geist ist nicht ganz klar, aber unbestritten. Daher ist es kein Wunder, daß Johanniskrautöl auch bei allergisch reagierender Haut hilfreich wirken kann (Haut und Nerven stammen aus dem gleichen Keimblatt bei der Entstehung eines Embryo).
Die Herstellung eines Ölauszugs ist einfach. Johanniskraut - es wurde früher mit Vorliebe am Johannistag, dem 24.Juni gepflückt - wird frisch in ein Gefäß gefüllt (am besten sind die Blütenblätter und die grünen Blättchen der Pflanze) und mit Olivenöl übergossen. Gut verschlossen darf der Inhalt an einem warmen Platz vier bis sechs Wochen reifen; ab und zu sollte er geschüttelt werden. Dann kann abgeseiht werden. Länger als zwei Jahre ist das Öl nicht wirksam; Sie dürfen also keine große Menge davon herstellen. (Kaufen können Sie das Öl zwar auch, aber da wird viel gepanscht.) Es ist ein Hausmittel gegen Verbrennungen, Frostbeulen, Blutergüsse, Muskelzerrungen und Gliederschmerzen. Außerdem vertreibt es neben dem Teufel auch böse Geister.

Das Öl wird aber auch zu kosmetischen Präparaten benutzt. Zwei Eßlöffel mit einem Eigelb und einem Spritzer Zitronensaft zu einer Mayonnaise zusammengerührt, ergeben eine Gesichtspackung. Sie wird mit einem Pinsel aufgetragen und nach einer halben Stunde mit lauwarmem Wasser abgewaschen. Diese Packung kann man auftragen, so oft man will, auch der Hauttyp spielt keine Rolle. Jede Haut mag Johanniskraut.
Ein Gesichtsdampfbad hat ähnliche Wirkung. Sie brauchen nur eine Handvoll getrockneter Johanniskraut-Blüten und -blätter, die Sie mit kochendem Wasser übergießen. Auch eine Gesichtskompresse tut gut. Dafür seihen Sie den Sud nach einer Viertelstunde ab und tränken ein Tuch damit, das aufs Gesicht gelegt wird. Und wenn´s Ihnen ganz schlecht geht, holen Sie sich die Sonne in ein Johanniskrautbad. Dazu brauchen Sie allerdings eine Menge frischen Krautes; ein halbes Pfund sollte es schon sein. Das übergießen Sie mit zwei Litern kochendem Wasser, lassen es eine halbe Stunde ziehen und seihen dann ab. Einfacher haben Sie es mit dem Johanniskrautöl, das Sie selbst hergestellt haben (aber auch in der Apotheke bekommen). Nach dem Bad werden auch Sie von der aufheiternden Wirkung des Krautes überzeugt sein.

Johanniskraut in der Naturmedizin

Google
 

Web   www.lauftext.de

Naturkosmetik © PhiloPhax Internet - Holzgerlingen

Weitere Publikationen finden Sie unter Lauftext.de