"Die
gelben Rüben haben viel nehrhaften Saft in sich, und werden deßhalben
mehr zur Speuse, als zur Artzney gebraucht. Doch sagt man, daß sie den
Harn treiben, die Eß-Lust befördern, und durch Vermehrung des männlichen
Samens zu ehelichen Werken reitzen sollen."
Heute weiß man über die Karotte mehr als dieser Mediziner vor zweihundert
Jahren. Der "nehrhafte" Saft ist - mit einem Tropfen Öl getrunken
- ein wirksamer Grippeschutz. Als Gesichtswasser benutzt, belebt und erfrischt
er die Haut. Mit einigen Tropfen Öl und einem Eigelb verrührt, haben
Sie eine Gesichtspackung für alternde und müde Haut. Sie müssen
die Mischung auf das gereinigte Gesicht pinseln, eine Viertelstunde einwirken
lassen und dann lauwarm abwaschen.
Bei fettiger Haut oder Mitessern vermischen Sie ein Eiweiß mit einem
Teelöffel Karottensaft und zwei Eßlöffeln Weizenmehl, pinseln
die Mischung auf und lassen sie antrocknen. Dann ziehen Sie sie ab und waschen
sich lauwarm und kalt.
Auch
bei trockener Haut hilft die Möhre; da muß sie aber etwas süßer
werden. Sie verrühren eine zerriebene Karotte mit einem Teelöffel
Honig und etwas süßer Sahne. Das kommt auf die Haut und soll dort
eine Viertelstunde wirken. Dann wird lauwarm und kalt abgespült.
Karotin ist in vielen Sonnenschutzmitteln enthalten. Dieser Farbstoff, der
die Möhre rot macht, färbt auch die Haut. Sogar von innen! Durch
zuviel getrunkenen Karottensaft können Sie sich gelb färben; das
sieht aus, als ob Sie Gelbsucht hätten. Aber eine tägliche Gesichtsreinigung
mit Karottensaft und Milch im gleichen Verhältnis tut nicht nur der Haut
gut, sondern auch der erholten Psyche nach dem Urlaub: Die Sonnenbräune
hält dann weit länger vor.