Seit
der Zeit des Hippokrates, der vier Jahrhunderte vor Christi Geburt ein berühmter
Arzt in Griechenland war, trägt die Kornblume den Namen "centaurea".
Er soll sich vom griechischen Zentauren Chiron ableiten, der Wunderheilungen
vollbrachte. Welche Rolle die Kornblume dabei spielte, ist unklar. Medizinisch
wird sie heute als harntreibendes Mittel eingesetzt, was natürlich auch
wundersame Folgen haben kann.
Immer schon wurde die Kornblume bei entzündeten Augen verwendet: "Das
destillierte Kornblumen-Wasser ist sehr gut zu den rothen, flüßigen
Augen und anderen derselben hitzigen Gebrechen, so des Tags etliche Mahl ein
paar Tropfen in die Augen gethan. Es dienet auch dem rothen, hitzigen Angesichte,
solches damit abgewaschen, machet eine schöne, glatte Haut." So
schrieb man es im Jahre 1744 nieder.
Die Kornblume hat Himmelsfarbe; der Beiname "cyanus" kommt vom griechischen
Wort "blau". Doch die eigentlichen Blüten sind schwarz und
winzig klein.
Die Sage erzählt, die römische Göttin der Ernte, Ceres (die
in Griechenland "Demeter" hieß), hätte die Kornblume
als Schmuck im Haar getragen. Vielleicht kam daher der Anstoß zur heutigen
Verwendung: Sie können sich aus Kornblumen eine Farbspülung herstellen,
die grauem Haar einen distinguierten blauen Schimmer gibt. Dazu übergießen
Sie eine Handvoll der blauen Kornblumenblätter mit einem Viertelliter
kochendem Wasser, lassen das Ganze drei Stunden ziehen und seihen ab. Nach
dem Waschen lassen Sie die Haare leicht antrocknen und massieren die Spülung
hinein.
Bleibt nur eine Frage offen: Wodurch bekommen Göttinnen graue Haare?