Naturkosmetik - Kosmetik aus dem Garten

Lein oder FlachsLein oder Flachs


Linum usitatissimum

 Bildquelle: Ernst Klett Verlag - Lein oder Flachs - Linum usitatissimumDer Flachs ist eine der ältesten Kulturpflanzen, die wir kennen. Er wurde schon vor über 4000 Jahren in Ägypten angebaut, wird auch in der Bibel erwähnt und dient seit damals den Menschen als Lieferant für Nahrung, Öl und Kleidung. Griechen und Römer erkannten schon die heilsame Wirkung der Pflanze. Gegen Verbrennungen und Entzündungen, sogar gegen die Gürtelrose hilft noch heute ein Rezept der Hildegard von Bingen aus dem zwölften Jahrhundert: Eine Tasse Leinsamen wird mit drei Tassen Wasser aufgekocht. Dabei bildet sich Schleim, der heiß abgeseiht und gleich in Flaschen gefüllt werden muß. Den Heilschleim streicht man lauwarm auf ein Tuch und legt dieses auf die befallenen Stellen. Früher war dieser Schleim als hautpflegendes Mittel in vielen Haushalten zu finden. Durch seine Öle, die Linolsäure und das Lezithin eignet er sich auch ausgezeichnet zur Pflege von fettiger, unreiner Haut.
Heute modifizieren Sie Hildegards Rezept ein wenig: Sie vermischen die gleiche Menge Leinsamenschrot und Weizenkleie. Daraus machen Sie mit heißem Wasser einen Brei. Damit reiben Sie Ihr Gesicht sanft ein und spülen hinterher gründlich mit lauwarmem Wasser. Ein bis zweimal in der Woche sollten Sie sich dies gönnen, bei starken Hautunreinheiten auch täglich.
Wenn Sie zwei Eßlöffel Leinsamenschrot in heiße Milch rühren, bekommen Sie eine gute Pflegepackung, die auch für die Arme, das Dekolleté und die Schultern benutzt werden kann.
Für jeden Hauttyp eignet sich eine Packung, bei der zwei Teile Leinsamenschrot mit drei Teilen Wasser kurz aufgekocht werden, so daß jener schon erwähnte Schleim entsteht. Nach dem Abkühlen rühren Sie einen guten Teil Bienenhonig hinein. (Der Schleim darf nicht mehr heiß sein, denn die Enzyme, die Honig so wertvoll machen, werden schon bei 43 Grad zerstört.) Die Packung lassen Sie eine halbe Stunde einwirken, dann waschen Sie sich warm und spülen kalt nach.
Wenn Sie einen Eßlöffel Leinsamenschrot in einem Viertelliter Wasser fünf Minuten kochen lassen und dann durch ein Kaffeefilter abseihen, bekommen Sie einen Sud für sprödes und angegriffenes Haar. Sie spülen mit ihm nach der Haarwäsche. Massieren Sie dabei Ihre Kopfhaut! Allein das tut sehr gut.
Ein etwas heikleres Thema: Viele Menschen leiden an leichter Verstopfung. Das verändert den gesunden Zustand der Haut. Leinsamen sind ein unschädliches Mittel zur Stuhlregulierung. Zwei bis drei Eßlöffel davon in Wasser, Milch oder Fruchtsaft gequollen und zum Joghurt oder ins Müsli gemischt - das hilft nicht nur. Das schmeckt auch gut.

Lein in der Naturmedizin

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