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Wenn man Blätter des Liebstöckel zerreibt, entsteht ein typischer
Geruch, der an das Produkt der Schweizer Gewürzfabrikanten Maggi erinnert.
Weshalb man es auch "Maggi-Kraut" nennt. Ein oder zwei Blätter
Liebstöckel tun jeder Suppe gut.
Die Pflanze läßt sich leicht im Gewürzgärtchen ziehen.
Ihr Geruch gab Heilkundigen schon immer Rätsel auf - so stark müsse
dann ja wohl auch die Heilwirkung des Krautes sein. Phantasie hatten die Gelehrten
damals; in einem alten medizinischen Fachbuch kann man lesen: "Der berühmte
Wund-Arzt Felix Würtz vermeldet, wenn man die Wurtzel des Liebstöckels
grabe, so die Sonne in den Widder gehet, und sie anhänge, seye es ein
bewehrtes Mittel wider die Schweinung oder das Abnehmen eines Glieds."
Aber nicht nur gegen "Schweinung" auch bei denen, "welche mit
vielen Winden und BIästen geplaget werden" sollte das Kraut helfen.
Und wenn man etwas durch den hohlen Stengel trinke, helfe dies "wider
die Kehlsucht".
Die Volksmedizin empfiehlt den Sud der Liebstöckelblätter gegen
Hysterie und mancherlei Unterleibsbeschwerden sowie gegen alkoholbedingten
Kater.
Gesichert ist die Wirkung der (manchmal auch "Badekraut" genannten)
Pflanze als Badezusatz. Da hilft Liebstöckel bei übermäßigem
Schweiß: Man steckt zwei Handvoll in einen alten Strumpf und hält
den unter den laufenden Wasserhahn. An den intensiven Geruch haben Sie sich
bald gewöhnt.
Oder Sie nehmen, wenn´s um den Schweiß der Füße geht,
ein Fußbad. Dazu übergießen Sie eine Handvoll Liebstöckel
mit einem halben Liter kochendem Wasser, lassen die Brühe abkühlen
und schütten sie dann ins Badewasser.