Die
Malve ist eine der schönsten, elegantesten Gartenblumen Sie blüht
von Juni bis Oktober, läßt sich ganz leicht anpflanzen und ist
sehr genügsam. Außerdem gilt sie als altbekanntes Heilkraut. Bei
den Römern war es üblich, sie mit Öl und Salz, Wein oder Honig
zu kochen. Sie nannten das "omnimorbium" - "heilsam gegen alle
Krankheiten".
Wichtig ist, daß man Malven möglichst frisch - nicht getrocknet
- anwendet. Der Saft hilft bei Insektenstichen oder Quetschungen. Gegen Hautausschläge
oder großporige Haut nützt eine Kompresse: Sie übergießen
einen Beutel Malventee (aus dem Lebensmittelgeschäft oder dem Reformhaus)
mit einer Tasse kochendem Wasser. Lassen Sie etwas ziehen und rühren
Sie einen Eßlöffel Bienenhonig hinein! Mit der Flüssigkeit
tränken Sie ein Tuch und legen sich das auf die Haut. Eine Viertelstunde
soll es liegen bleiben. Eine Spülung ist gut für angegriffenes oder
sprödes Haar (allerdings nicht für blondes). Dazu kochen Sie zwei
Eßlöffel zerkleinerte Malvenwurzel in einem halben Liter Wasser
eine Viertelstunde. Lassen Sie abkühlen, bevor Sie abseihen! Diese Flüssigkeit
nehmen Sie nach dem Haarewaschen zum Spülen.
Die Blütenblätter der "Malva sylvestris" enthalten einen
blauvioletten Farbstoff. Setzen Sie eine Handvoll dieser Blütenblätter
mit einer Tasse kaltem Wasser an! Wenn Sie das einige Zeit stehenlassen und
dann gut umrühren, löst sich der Farbstoff im Wasser. Damit läßt
sich graues Haar einfärben - es erhält dann einen distinguierten,
sanft violetten Ton, der das gelbliche Altersgrau verdeckt. Versuchen Sie
aber erst an einer Strähne, um festzustellen, wie Ihr Haar die Farbe
annimmt! Haarfestiger können Sie sich sparen - dafür sorgt die Malve.
Mit Malven können Sie nicht nur gesund, sondern auch bunt baden. Packen
Sie zwei Handvoll Malvenblütenblätter (in diesem Fall können
Sie getrocknete nehmen) in ein Stoffsäckchen und lassen Sie das Badewasser
darüberlaufen! Dann geben Sie 200 Gramm Meersalz dazu. Je nach der Malvenart
haben Sie nun blaues oder rotes oder sonstwie gefärbtes Wasser und kommen
sich vor wie in einem Werbefilm. Derartige Bäder sollen schlank machen
(was wir nicht beschwören wollen); Ihnen und Ihrer Haut tun sie auf jeden
Fall gut. Aber hinterher sollten Sie sich einkremen - des Salzes wegen. Deshalb
legen Sie sich nachher auch etwas hin, und bei Kreislaufschwäche sollten
Sie auf Salzbäder ganz verzichten.