"Die
edle Wurtzel rhebarbara hat wegen ihres überaus nutzlichen Gebrauchs,
in der ganzen Welt ein großes Lob erlangt. Petrus Matthiolus berichtet,
daß sie erstlich gefunden worden bey den Tragloditen in Mohrenland,
welche Völcker ein wildes Leben führten, sie hatten eine grobe und
rauche Sprache, und wohneten gemeiniglich in den Höhlen der Erden, darum
sind sie von den Römern Barbari, unsittige Leute oder Ausländer
genennet worden; daher hat auch die Wurtzel den Namen Rhabarbarum bekommen."
Eigentlich ist Asien die Heimat der Gemüsepflanze. Aber Barbaren waren
die Leute dort für die Römer sicher auch.
Der Rhabarber ist eine eigenartige Pflanze. Die Wurzel ist heilkräftig,
die Blattstiele sind eßbar, die Blätter giftig. Schwangere sollten
die gesamte Pflanze besser meiden.
Aus der Wurzel, die Sie in Stücken oder pulverisiert in der Apotheke
bekommen, können sich blonde Menschen ein haarpflegendes Mittel zusammenbrauen.
Blonde Haare werden nämlich noch heller, wenn man sie mit Rhabarberbrei
behandelt. Fein gemahlene Rhabarberwurzel, drei Handvoll, wird mit dem Saft
einer Zitrone und etwas Olivenöl vermischt. Unter langsamem Rühren
geben Sie so viel heißes Wasser dazu, daß ein streichfähiger
Brei entsteht. Den lassen Sie eine Viertelstunde stehen und rühren dann
noch etwas heißes Wasser darunter. Diesen Brei verteilen Sie nach dem
Haarewaschen
auf dem Kopf, setzen eine Plastikhaube auf und wickeln ein Handtuch darum.
(Die Haube soll das Tuch schützen; Rhabarber macht unlösliche Flecken.)
Lassen Sie die Packung eine halbe oder ganze Stunde einwirken! Dann müssen
Sie die Haare natürlich noch einmal waschen.
Blonde Menschen, die etwas gegen ihr trockenes oder sprödes Haar tun
wollen, können ebenfalls auf die Wurzel zurückgreifen. Eine Handvoll
davon wird zerkleinert und in einem halben Liter Wasser eine Viertelstunde
lang gekocht. Nach dem Abkühlen seihen Sie ab und verwenden die Brühe
als letzte Spülung.