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Hundertblättrige Rose lautet die Übersetzung des botanischen Namens.
Interessanterweise gibt es kaum eine Sprache, in der die Rose einen Namen
hat, der dem deutschen nicht ähnlich wäre - Rosa, Roos, Roza, Rozsa,
Rózsa. Und so weiter.
Weniger verwunderlich ist die Deutung, die schon immer in einen Strauß
rote Rosen gelegt wurde: Sinnbild der Vollkommenheit. Schon die Pythagoräer,
die alten esoterischen Mathematiker, konstruierten ein Fünfeck aus fünf
gleichschenkligen Dreiecken, um die Rose zu symbolisieren. Rosengärten
zur Zucht der dornigen Sträucher gab es schon vor 4000 Jahren. Ein "Rosengarten"
war in Geheimbünden allerdings auch das Schlachtfeld, wohin die "Rosenkreuzer"
zogen.
Liebe und Tod liegen hier nahe beieinander. Wie auch bei einer berühmten
pompösen Orgie der alten Römer. Sie brachte eine wohlriechende Überraschung:
Von der Decke herab kam ein Regen aus Millionen von Rosenblättern. Die
Freude der Gäste währte nicht lange - der Regen hörte nicht
auf, die Gäste erstickten.
Sicher ist, daß die Rose zu den Favoriten der Blumenzüchter gehört.
Ob es heute dreihundert oder dreitausend verschiedene Arten gibt, ist eine
Frage der Abgrenzung. Immerhin haben es die Züchter auch geschafft, einer
Rose den in ihren Blättern eigentlich nicht vorkommenden Farbstoff Delphinidin
einzuzüchten. Die Pflanze heißt Blue Boy und hat blaue Blütenblätter.
Sollte sich die Gelegenheit ergeben, daß Ihnen ein Verehrer den obligaten
Rosenstrauß schenkt, so warten Sie nicht, bis die Blumen verwelkt sind!
Frische oder getrocknete Rosenblütenblätter sind gut für jede
Haut. Packen Sie eine gute Handvoll in einen Strumpf und werfen Sie den in
Ihr Badewasser! Das riecht gut und Ihre Haut freut sich.
Aus zwei Händen voll können Sie sich ein Gesichtsdampfbad herstellen.
Sie übergießen die Blätter mit anderthalb Litern kochendem
Wasser und lassen sie zehn Minuten ziehen. Dann erwärmen Sie das duftende
Gebräu wieder, lassen es aber nicht mehr kochen.
Nach dem gleichen Rezept stellen Sie eine Gesichtskompresse her. Mit dem abgefilterten
Sud wird ein Tuch getränkt, das dann auf das gut gereinigte Gesicht gelegt
wird. Ihre Haut wird glatt; die entspannende Wirkung der Rose ist sehr angenehm
- vor allem, wenn Sie noch einen Teelöffel Honig in Ihr Rosenwasser eingerührt
haben.
Ein feines Gesichtswasser, dessen neutraler Säurewert es für trockene
und nervöse Haut besonders geeignet macht, mischen Sie sich aus fünf
Gramm Rosenblütenblättern und 0,1 Liter unbehandeltem Weißwein.
Diese Zutaten sollten zwei Wochen warm und dunkel stehen, bevor Sie 50 Gramm
Rosenwasser aus der Apotheke dazugeben.
Rosenwasser ist nichts anderes als eine Lösung kostbaren Rosenöls
in destilliertem Wasser. Es eignet sich gut als mildes Gesichtswasser bei
schlaffer Haut. Aber auch gesunde Haut freut sich darüber. Billig ist
es nicht gerade, wenn man weiß, daß auf einen Liter Wasser nur
vier Tropfen Rosenöl kommen. Aber wenn man überlegt, daß für
ein Kilo Rosenöl einige Tonnen Rosenblütenblätter ausgepreßt
werden müssen, dann weiß man, warum das so ist.
Wenn Sie Probleme mit Ihrer Haut haben, weil sie trocken oder schuppig ist,
empfehlen wir ein Körperöl aus Rose und Mandel.
Sie übergießen zwei Handvoll Rosenblütenblätter mit süßem
Mandelöl aus der Apotheke oder dem Reformhaus. Die Blätter müssen
bedeckt sein. Lassen Sie das vier Wochen stehen, bevor Sie abfiltern! Sie
werden erstaunt sein, wie gern Ihre Haut dieses pflegende Öl aufnimmt.
Auch für die Haarpflege läßt sich die Rose verwenden - nur
für Blonde ist die Pflanze nicht geeignet. Bei trockenem oder sprödem
Haar übergießen Sie eine Handvoll Rosenblütenblätter
mit einem Viertelliter Wasser. Nach dem Abkühlen seihen Sie ab. Verstärken
können Sie die Wirkung durch Massagen mit Rosenblüten-Essig. Den
haben Sie schnell: Sie legen eine Handvoll Blütenblätter drei Tage
in Obstessig.