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Dem einen gilt er als Allerwelts-Heilkraut und der Schweizer Kräuterpfarrer
Künzle hielt ihn für das wichtigste Naturheilmittel überhaupt.
Die anderen sehen nur ein Unkraut in ihm. Freunden Sie sich lieber mit der
unscheinbaren Pflanze an! Denn auch kosmetisch kann man den Wegerich gut nutzen.
Ideal ist er bei fetter, unreiner Haut und Akne. Wenn Sie die Blätter
nicht selbst sammeln wollen - von Mai bis September gibt es genug davon -,
können Sie sie auch in der Apotheke bekommen. Eine Handvoll übergießen
Sie mit einem Viertelliter kochendem Wasser. Lassen sie den Sud abkühlen,
seihen Sie ab und tränken Sie ein Tuch damit! Fertig ist die Gesichtskompresse.
Unterstützen können Sie die Wirkung des Krautes durch ein Gesichtswasser.
Dazu lassen Sie einen halben Liter Wasser eine Viertelstunde kochen, übergießen
damit fünfzig Gramm Spitzwegerichblätter und lassen sie zugedeckt
fünf bis sechs Stunden ziehen.
Auch Ihre Haare können Sie mit der Pflanze pflegen. Das Shampoo ist zwar
in der Herstellung etwas aufwendig, aber das lohnt sich. Zuerst brauchen Sie
einen alkoholischen Auszug. Fünf Gramm Wegerich und 100 Gramm siebzigprozentiger
Alkohol stehen vier Wochen an einem warmen Platz. Dann wird abgefiltert.
Nun brauchen Sie noch mehr Spitzwegerich. Eine Handvoll Blätter wird
mit einem Viertelliter kochendem destilliertem Wasser übergossen. Zugedeckt
muß der Ansatz drei Stunden ziehen. Dann seihen Sie ab und lösen
in einem weiteren halben Liter destilliertem Wasser 50 Gramm weiße Schmierseife.
Dazu kommen zehn Gramm Pottasche, die mit der Seifenlösung eine halbe
Stunde lang köcheln müssen. Nach dem Abkühlen vermischen Sie
das Seifengebräu mit dem Kräuteransatz und geben dazu 50 Gramm des
alkoholischen Auszuges, in dem vorher noch fünf Tropfen Rosmarinöl
aufgelöst wurden.
Das gibt für fettes Haar und Schuppen eine Kur, wie sie in derTube kaum
erhältlich ist.
Aber damit ist es noch nicht genug. Als Spülung empfehlen wir Ihnen Spitzwegerich-Essig.
Dazu brauchen Sie die hauchdünn abgepellte Schale einer ungespritzten
Zitrone, die zusammen mit zwei Eßlöffeln getrockneter Spitzwegerich-Blätter
in einem halben Liter Obstessig eingelegt wird - vier Wochen lang, warm und
dunkel. Mit dem dann abgefilterten Essig, der mit der vierfachen Menge Wasser
verdünnt wird, spülen Sie das Haar nach dem Waschen. Bei Schuppen,
glanzlosem oder fettigem Haar oder entzündlicher Kopfhaut ist diese Kur
sehr hilfreich.
Auch zu literarischen Ehren kam der Wegerich schon in Shakespeares ,"Romeo
und Julia". Im ersten Akt heißt es da: "Ein Blatt vom Wegerich
dient dazu vortrefflich" - "Ei, sag, wozu?" - "Für
Dein zerbrochnes Bein."
Die Pflanze wirkt tatsächlich antibiotisch - was ja auch kosmetisch von
Nutzen ist.
Spitzwegerich in der Naturmedizin