Die
Küche weiß schon seit Urzeiten um die Kräfte des Wacholders.
Bei schwerverdaulichen Speisen wie Sauerkohl tut die Beere Gutes; sie hilft
dem Magen bei der Arbeit. Aber auch vorher und nachher kann man sich auf die
Frucht des stacheligen Strauches verlassen. Gegen Appetitlosigkeit wirkt schon
der Duft. Und zur Verdauung gibt es mit Wacholder-Destillat veredelte hochprozentige
Getränke beispielsweise Genever und Steinhäger.
Wacholderbeeren reinigen und entgiften; man kann sie innerlich wie äußerlich
anwenden. Sie trinken sie im Blutreinigungstee, damit Sie schwitzen, und mit
dem Schweiß die Schlacken aus dem Körper treiben. Dazu zerquetschen
Sie eine Handvoll Wachholderbeeren und übergießen sie mit einem
Viertelliter Wasser. Nach zehn Minuten seihen Sie ab. So wird Ihr Körper
auch über die Nieren gesäubert - Sie werden´s schon merken.
Eine kleine Handvoll der Beeren in einem Viertelliter Wasser aufgekocht,
abgekühlt und abgeseiht ergeben eine Pflegespülung für Ihr
Haar - nur nicht für blondes. Das verfärbt sich.
Ein Wacholderbad hilft bei unreiner Haut. Sie lassen zwei Handvoll Wacholderbeeren
zehn Minuten lang in einem Liter Wasser kochen. Nach dem Abkühlen seihen
Sie die Flüssigkeit ab und schütten sie ins Badewasser.
Wichtig ist aber, daß Schwangere und Nierenkranke sowohl den Tee als
auch das Bad meiden; da könnten Komplikationen auftreten.
Mit dem Wacholder wurde schon alles mögliche angestellt. Vergil beschreibt
die Ausräucherung von Ställen mit den Beeren von Juniperus - was
übersetzt "Beeren der Göttermutter Juno" bedeuten soll.
Das Holz des Wacholder war für die einen ein gefährliches Gift,
die anderen schrieben ihm wunderbare Eigenschaften zu. Aus dem 18.Jahrhundert
stammt folgender Bericht: "Die Alchymisten sagen, daß die brennenden
Kohlen von Weckholder-Holz, mit seiner eigenen Asche bedeckt, über etliche
Monat glühen".
Mit der Asche wurde früher ein offenbar recht wirksamer Brei hergestellt,
der bei Gicht und Rheuma auf die schmerzenden Gelenke geschmiert wurde.
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