Sie
ist eine runde Sache, die Zitrone, und soll aus Indien zu uns gekommen sein.
Oder aus Syrien. Oder war es Italien, das Land, wo sie blühen? Genau
kennt man die Herkunft der Pflanze nicht. Aber blühen tut sie immer.
Und trägt gleichzeitig Früchte - den Weißling, die August-Zitrone
oder den Grünling, je nachJahreszeit. Die Frucht hat viel Vitamin C und
Zitronensäure. Limonaden können ein sehr gutes und außerdem
gesundes Getränk sein, wenn man sie selbst macht - beispielsweise ,"La
Sprernuta", die Ausgequetschte: Sechs bis acht ausgepreßte Zitronen,
Wasser oder Mineralwasser, Zucker oder Honig werden gemischt. Wenn´s
sehr heiß ist, wird nicht gesüßt. Es gibt kaum etwas Besseres
gegen den Durst.
Sie ist aber auch ein ungemein vielseitiges Schönheitsmittel - und
medizinisch wertvoll: "Die Citronen sind den schwangeren Weibern gut,
so mit unnatürlicherund falscher Gelüstung behafftet, sie vertreiben
die Melancholei, dienen wider das Abnehmen des Leibes, stärken das Herz,
widerstehen dem Gifft, daher sie in Sterbens-Läufen nutzlich genossen
werden." Baden Sie doch mal in Zitronensaft! Sie schneiden ein gutes
Pfund der Früchte (ungespritzt, wenn möglich) in Scheiben, übergießen
sie mit kochendem Wasser und lassen sie darin einige Stunden liegen. Dann
geben Sie die Flüssigkeit ins Badewasser. Oder Sie ziehen die Schalen
zweier Bio-Zitronen hauchdünn ab und legen sie zwei oder drei Wochen
lang in Weinessig. Massieren Sie damit Ihre müden Füße oder
reiben Sie sich nach dem Bad ein! Das macht munter.
Die letzte Spülung nach der Haarwäsche hat bei Ihnen ja schon lange
einen Spritzer Zitrone gegen Kalk oder Seifenreste drin - oder? Bei fettigem
Haar können Sie sich vor dem Waschen den Saft von zwei Zitronen einkämmen
und eine halbe Stunde drin lassen.
Der schon beschriebene Fußessig normalisiert auch die Funktion der Drüsen
in der Kopfhaut. Zitrone hellt übrigens leicht auf. Sie ist deshalb auch
zur Haarpflege für Blondinen geeignet.
Haben Sie - Verzeihung! - Mundgeruch? Etwas Zitronensaft ins Wasser und dreimal
täglich spülen! Gelbe Zähne? Reiben Sie sie mit der weißen
Innenseite der Schalen ab!
Falten, Hautflecken, Sommersprossen, Warzen, Hühneraugen, müde Füße?
Einfach mit einer aufgeschnittenen Zitrone einreiben oder Scheiben davon drauflegen.
Rissige Ellenbogen stützen Sie in ausgepreßte Zitronenhälften.
Rissige Hände werden glatt, wenn man sie mit Zitronenschalen abreibt.
Gegen Pickel oder Mitesser empfiehlt sich etwas mehr Aufwand. Machen Sie eine
Schälkur! Dazu waschen Sie eine ungespritzte Zitrone heiß ab und
reiben die Schale fein. Nach einem oder zwei Tagen Trocknen stellen Sie mit
ganz wenig Olivenöl eine geschmeidige Paste her, mit der Sie das Gesicht
kreisförmig massieren. Es soll sich ganz leicht röten. Rötet
es sich stark, sind Sie leider allergisch gegen Zitrone - oder sie war gespritzt.
Zur täglichen Hautreinigung vermischen Sie den Saft von zwei kleinen
Zitronen mit einem Achtelliter Olivenöl. Gut geschüttelt, tragen
Sie das Zitronenöl auf und lassen es kurz einwirken. (Möglicherweise
ist an der Behauptung, wenn Kosmetik schmecke, könne sie nicht schlecht
sein, etwas dran. Versuchen Sie's mal!)
Dieses Zitronenöl benutzt man in Italien und Spanien häufig als
Sonnenschutzmittel.
Eine halbe Zitrone vorsichtig mit einem Eigelb verrühren, gibt eine gute
Reinigungspackung. Gemahlene Mandeln mit etwas lauwarmer Milch und einem Teelöffel
Zitronensaft ergeben eine Reinigungsmaske bei fettiger und unreiner Haut.
Sie sollte nach einer Viertelstunde abgewaschen werden.
Richtig gut aber hat's müde, abgespannte Haut mit einer Mischung aus
Zitronensaft und Honig - zu gleichen Teilen.
Marlene Dietrich hatte ein einfaches Rezept für eine Creme-Packung, wenn
sie sich müde und strapaziert fühlte. Sie verrührte ein Eigelb
mit einem Teelöffel Bienenhonig, etwas Zitronensaft und einem oder zwei
Teelöffeln süßer Sahne.
Zitronenöl - die Flüssigkeit in den Zitronenschalen, die man auch
auf manche Cocktails spritzt - ist eine der Hauptzutaten im Kölnisch
Wasser. Johann Maria Farina wird häufig als Vater dieses Duftwassers
genannt. Böse Zungen munkeln aber, er hätte es von einem Onkel aus
Italien geerbt. Das Originalrezept wird ebenso gehütet wie das von Coca-Cola.
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