Die Schwäbische Alb Schwäbische Alb - Geologie

Abenteuer Geologie

Die Unterwelt der Alb: Zahllose Höhlen

Die Schwäbische Alb hat Deutschlands interessanteste Unterwelt, kein Zweifel. Es gibt hier so viele Höhlen wie nirgendwo sonst. Das liegt am Kalk, aus dem die Alb besteht. Der läßt sich - zumindest teilweise - vom Wasser auswaschen. So sind die meisten Höhlen der Alb Karsthöhlen, die durch die Kraft des Wassers entstanden sind. Das drang durch Risse und Spalten ins Gestein, bildete unterirdische Wasserläufe und schwemmte das Lösliche fort. So entstanden teils enge Gänge, durch größere Ausspülungen oder Einstürze aber auch ganze Höhlen und Höhlensysteme mit unterirdischen Hallen.

Die im Wasser gelösten Kalkteilchen lagern sich in den Höhlen oft als Tropfsteine ab. Die bilden dann märchenhafte und phantastische Gebilde, die manchmal durch Mineralstoffe im Wasser - wie Kupfer oder Eisen - auch noch bunt gefärbt sind.

Die Bärenhöhle ist die populärste der Schwäbischen Alb - mit wunderschönen, phantastisch geformten Tropfsteingebilden und hohen, weiten Hallen. Man fand dort 30 Bärenskelette, die bis zu 20 000 Jahre alt waren. Vor einiger Zeit hat man direkt bei der Höhle einen Märchenpark und eine Ponyranch, eine Westernstadt und ein Indianerdorf eingerichtet. In der Nähe wurde eine 500 Meter lange Sommer-Bobbahn angelegt.

Viele Höhlen auf der Alb sind trocken. Dort liegt der Wasserspiegel unterm Höhlenboden. Andere haben Seen oder Bäche, die sich je nach dem Wasserzustrom - bedingt durch Schneeschmelze oder starke Regenfälle - ändern können. Die Höhle bei dem winzigen Ort Wimsen in der Nähe von Hayingen zwischen Albstadt und Ehingen (die nach einem Besuch des Kurfürsten Friedrich auch "Friedrichshöhle" heißt) steht immer unter Wasser. Sie ist die einzige der Schwäbischen Alb, die mit dem Kahn befahren wird; in ihr entspringt die Zwiefalter Ach. In einem Boot, das ein Höhlenführer steuert, fahren Sie 70 Meter weit in eine unterirdische Halle.

Viele Höhlen wurden schon in prähistorischer Zeit von wilden Tieren, manche auch von Menschen bewohnt. Das beweisen zahlreiche Funde. Doch auch in späteren Jahrhunderten boten die Höhlen in unruhigen Zeiten Zuflucht.

Ab dem 15. Jahrhundert interessierten sich die Leute auf der Schwäbischen Alb aus Wißbegierde für die Höhlen. Sie machten Erkundungszüge. In der Sontheimer Höhle gab es schon im 16. Jahrhundert regelrechte Führungen durch das unterirdische System.

Inzwischen sind die meisten Höhlen der Alb erforscht. Allerdings werden immer noch neue Gänge oder Fortsetzungen bekannter Höhlen entdeckt. Die schönsten unterirdischen Gelasse wurden inzwischen als Schauhöhlen eingerichtet. Alle stehen unter strengem Schutz. Niemand darf - nur so zur Erinnerung - ein Stück Tropfstein abbrechen oder sonst etwas beschädigen. Einige Höhlen sind als Naturdenkmale so streng geschützt, daß sie kaum noch betreten werden. Forscher brauchen eine Sondergenehmigung.

Noch heute sind viele Höhlen bewohnt, allerdings nur von Kleintieren wie Spinnen und Käfern. Über 400 Arten solcher Höhlentiere sind auf der Schwäbischen Alb bekannt. In manchen Höhlen überwintern Fledermäuse, die auf der Liste bedrohter Tierarten stehen. Solche Höhlen sind während der Wintermonate - zwischen 15. November und 15. April - geschlossen, weil dann die Fledermäuse Winterschlaf halten.

 




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