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Der botanische Name der Brennessel - Urtica - kommt vom lateinischen Wort
"urere", das "brennen" bedeutet. Schon im 12. Jahrhundert
wurde sie von Albertus Magnus erwähnt. Allerdings wußte er von
ihrer kosmetischen Wirkung nichts. Für ihn war sie nur der Lieferant
von Nesseltuch.
Die Brennessel wächst vorwiegend in der Nähe von menschlichen Behausungen.
Jedes Kind weiß, was passiert, wenn man die Pflanze anfaßt: Sie
brennt. Feine Brennhaare spritzen das Nesselgift in die Haut. Die Brennessel
schützt sich so vor Pflanzenfressern; kein Tier wird sich zweimal den
Rachen verbrennen lassen. Fressen würden viele die Nessel gerne, denn
sie ist gesund. Junge Blätter eignen sich als Salat und als Zutat zur
Frühlingskräuterkur; die Pflanze enthält Chlorophyll, Schwefel,
Kieselsäure, Gerbsäure, Enzyme sowie die Vitamine A und C.
Kosmetisch interessant ist die positive Wirkung auf Haar und Kopfhaut. (Nur
Blonde sollten die Nessel meiden, für ihren Haartyp ist sie nicht geeignet.)
Am bekanntesten ist die Anwendung bei Haarausfall. Wer sich damit plagt, sollte
einen Viertelliter Obstessig aufkochen und eine Handvoll frische Brennesselblätter
damit übergießen. Man läßt das Gebräu eine halbe
Stunde ziehen und seiht dann ab. Mit dieser Flüssigkeit wäscht man
die Haare jeden zweiten Abend ganz leicht, trocknet sie ab und massiert etwas
Klettenöl in die Kopfhaut. Das stärkt die Haarwurzeln.
Man kann die Kur unterstützen, indem man Brennessel-Tee dazu trinkt.
Ein Eßlöffel Brennessel-Blätter - frisch oder getrocknet -
wird mit einer Tasse kochendem Wasser überbrüht. Nach zehn Minuten
seiht man ab. Der Tee sollte mit Honig gesüßt getrunken werden.
Er wirkt auch gegen Pickel und Mitesser. Doch sollte man dazu vier bis acht
Wochen lang regeImäßig eine Tasse täglich lauwarm trinken.
Gegen fettige und unreine Haut hilft der Tee auch, wenn man ein Tuch damit
tränkt und auf das gereinigte Gesicht legt. Wenn Sie Schuppen haben,
sollten Sie die ganze Pflanze verwenden. Sie übergießen also zwei
bis drei Handvoll gehackte Brennesseln (samt der Wurzel) mit einem halben
Liter Weinessig. Das lassen Sie eine Woche lang zugedeckt stehen. Nach dem
Abseihen rühren Sie zwei Eßlöffel Glyzerin in die Flüssigkeit
und massieren sich damit alle paar Tage die Kopfhaut - mehrere Wochen lang.
Gegen Schuppen und fettiges Haar hilft auch die bloße Wurzel der Pflanze.
Sie schneiden eine Handvoll in kleine Stücke und übergießen
sie mit einem Viertelliter Weinessig. In einem luftdicht verschlossenen Glasgefäß
(aus Weißglas) stellen Sie die Mischung vier Wochen an einen sonnigen
Platz. Dann seihen Sie ab. Nach jeder Haarwäsche massieren Sie dieses
Haarwasser in die Kopfhaut.
Für Ihre Wimpern und Brauen können Sie ebenfalls etwas tun. Sie
lassen 25 Gramm Brennesselblätter in 0,1 Liter Wasser fünf Minuten
kochen. Dann seihen Sie ab und drücken dabei die Blätter gut aus;
ein Nesseltuch vereinfacht die Prozedur. Sie vermischen jeweils einen Eßlöffel
der Flüssigkeit mit gleichviel Rizinusöl und tragen die Mischung
jeden zweiten Abend mit einer weichen Zahnbürste auf die Augenbrauen
und -wimpern auf.
Schon früher wurde die Brennessel bei Hautleiden angewendet. In einem
alten Kräuterbuch steht: "Die Blätter gestossen / Salz darunter
gemischt / als ein Pflaster auf alle faulen Schäden gelegt / reinigt
und etzet das faul Fleisch heraus."
Brennessel in der Naturmedizin