Zur
Kinderzeit was es ein Genuß, früh im Jahr die "Weidenkätzchen"
zu streicheln. Auch als Zimmerschmuck waren die Zweige mit den Blüten
- denn nichts anderes sind die flauschigen Kätzchen - sehr beliebt. Da
sie aber die erste Bienenweide im Jahr darstellen, hat man sie unter Naturschutz
gestellt. Der Baum ist als Lieferant für Medikamente gegen Fieber und
ähnliche Erkrankungen seit langem bekannt. Chemiker stellten fest, daß
er ein Glycosid produziert, das eine Vorstufe der Salizylsäure und damit
ein Bestandteil des Aspirins
ist.
Das Holz des Baumes ist fast wertlos - es sei denn zum Flechten von Körben
oder Stühlen -, doch die Rinde wird seit langer Zeit verwendet: "Die
Rinde zu Aschen gebrannt, in Essig gebeitzet und übergelegt, vertreibet
die Warzen und Hühneraugen."
Wenn Sie von Hand- oder Fußschweiß geplagt werden, kochen Sie
eine Handvoll Weidenrinde in einem Liter Wasser eine Stunde lang. In dem Absud
baden Sie Hände oder Füße ausgiebig und häufig.
Die Apotheker im 18. Jahrhundert verstanden sich auch als Kosmetiker. Sie
sammelten deshalb nicht nur Rezepte für Medikamente, sondern auch Informationen,
wie sich die Schönheit des weiblichen Geschlechts steigern ließe.
So wußten sie schon, daß Weidenblätter gut sind "wider
die Fette des Haares" und "die Schuppen des Kopfes" oder schrieben
einfach nieder: "Das Laub von deren Schößlein der weißen
Weiden machet das Haar hübsch".
Und sie hatten recht. Weidenblätter-Spülungen helfen bei Schuppen
und fettigem Haar und machen es wirklich hübsch. (Blondes Haar, wie bei
vielen naturkosmetischen Mitteln, ausgenommen.) Dazu wird ein Eßlöffel
getrockneter Weidenblätter mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen.
Lassen Sie das Gebräu abkühlen, bevor Sie es abfiltern und als letzte
Spülung für Ihr Haar verwenden.
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